So kann es laufen....

Wer mit dem Motorrad gerne in Urlaub fährt, viel Gepäck mitnehmen will oder gar mit der Familie verreist, kennt die Motorrad-Trailer aus Höchstädt an der Donau sicherlich. Der rührige Jungunternehmer hat ein System entwickelt, mit dem es möglich ist, den Trailer selbst mit einem schweren Chopper allein zu be- und entladen - und das zu einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis.

Steht man dem symphatischen Mittvierziger mit ungarischen Wurzeln gegenüber, merkt man schnell, hier arbeitet einer mit tiefer Leidenschaft für diese Idee. Herr Schmaus begann mit dem Aufbau seines Unternehmens, indem er zum einen als Subunternehmer für eine Baufirma tätig war und gleichzeitig einen Kundenstamm von einigen hundert Kunden für Diamanttrennscheiben und Diotrol Naturöllasur aufbaute. Als drittes Standbein begann er einen Internethandel für Motorradanhänger. Um als Familienvater gerade zu Beginn der Selbständigkeit genügend Einkünfte für den eigenen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, wurde diese Mehrgleisigkeit genutzt. Die Gefahr dabei ist jedoch, dass gerade wegen dieser Konstellation der eine oder andere Tätigkeitsbereich der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung unterliegen könnte.

Weil Herr Schmaus als fairer Geschäftsmann alle Risiken gegenüber seinen Geschäftspartnern und auch für sich selbst klären wollte, stellte er einen Antrag auf Statusfeststellung bei dem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung

An den 27. Januar 2014 kann sich Herr Schmaus noch lebhaft erinnern. Als er an diesem Dienstagmorgen seinen Postkasten leerte, fand er darin den Statusfestellungsbescheid vom Rentenversicherungsträger. Im wurde darin mitgeteilt, dass er der Rentenversicherungspflicht unterliegen würde. Diese Nachricht traf ihn wie einen Faustschlag und er sah in dem Moment die Erfolgsaussichten für seine Geschäftsidee auf dem Tiefpunkt.

Eine solche Geschichte ist leider nicht selten und kann sehr leicht geschehen.

Glück für Herrn Schmaus: Sein Steuerbrater Joachim Matheis aus Gundelfingen hatte schon mehrfach mit der gesetzlich zugelassenen Rentenberaterin Frau Pracht aus Dietmannsried zu tun und stellte den Kontakt her.

Im Rahmen der Rentenberatung wurden die genauen Umstände ermittelt, die zu dem Feststellungsbescheid geführt hatten.

Zu Beginn erhielt Oliver Schmaus Leistungen der Agentur für Arbeit zur Förderung der Selbständigkeit. Zur Durchführung eines Statusfeststellungsverfahrens sind umfangreiche Formulare auszufüllen. Die darin gestellten Fragen sind - wie leider bei vielen Formularen der öffentlichen Verwaltung - in Amtsdeutsch formuliert. Missverstännisse sind damit vorprogrammiert, wenn man die Frage so beantwortet, wie man sie als Nichtfachmann versteht. Genau dies ist auch hier geschehen: Eine der gestellten Fragen hat Oliver Schmaus so ausgefüllt, dass der Antragssachbearbeiter daraus falsche Schlussfolgerungen gezogen hat. Der Rentenversicherungsträger hat daraufhin einen Bescheid über die Sozialversicherungspflicht mit sofortiger Beitragsforderung erlassen. Weil ein Steuerberater ein Widerspruchsverfahren in dieser Sache nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht führen darf, wurde damit Frau Pracht als zugelassene Rentenberaterin beauftragt.

In Folge ergab sich ein über zwei Jahre dauerndes Widerspruchs- und zuletzt Klageverfahren vor dem Sozialgericht, das Dank des Teams der zusammenarbeitenden Berater erfolgreich beendet werden konnte. Der Steuerberater stellte unterstützend Zahlenmaterial, GuV und Kontierungen zur Verfügung und unterstützte den Mandanten bei der Gestaltung der Rechnungstellung an dessen Kunden. Die Rentenberaterin nach §10 RDG führte das Statusfeststellungsverfahren, beriet den Steuerberater hinsichtlich Gefahren und Auswirkungen, verfasste die maßgeblichen Schriftsätze und vertrat Oliver Schmaus gegenüber Rentenversicherungsträger und zuletzt vor dem Sozialgericht. Das Verfahren erzielte den erwünschten Erfolg, Oliver Schmaus unterliegt nicht der Sozialversicherungspflicht.

Wird als Status auf „Rentenversicherungspflichtig“ entschieden, sind die Folgen nicht nur für den Versicherten sondern in dem Fall auch für seine Auftraggeber fatal. Bleibt es bei dieser Einstufung, müssen für den festgesetzten Zeitraum rückwirkend Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden. Je zur Hälfte werden die vom Auftraggeber und vom Versicherten gefordert. Die meisten Geschäftsbeziehungen dürften damit zukünftig keinen positiven Verlauf nehme. In diesem Fall konnte durch die erfolgreiche Zusammenarbeit des Beraterteams dieses Damoklesschwert abgewendet werden.

Im gleichen Zusammenhang wurde für Herrn Schmaus die Angelegenheit mit der zuständigen Berufsgenossenschaft geregelt.

Oliver Schmaus konnte in allen Bereichen, die seine Selbständigkeit betreffen, voll umfänglich von dem jeweiligen Experten begleitet werden. Er leitet heute ein erfolgreiches kleines Unternehmen und beschäftigt seit wenigen Monaten einen Vollzeit- und zwei Teilzeitmitarbeiter. Die Lohnabrechnungen hierfür übernimmt für ihn sein Steuerberater - schon auf Grund der Erfahrungen aus der Vergangenheit.

Rückblickend kann man feststellten, dass man ein solches Verfahren, das sich auch über mehrere Jahre hinweg erstrecken kann, nur mit einem Experten auf dem Gebiet der gesetzlichen Rentenversicherung erfolgreich bestehen kann. Nicht nur die Fallstricke sind zahlreich, sondern die Verfahrensdauer behindert jeden Unternehmer bei seiner alltäglichen Arbeit so sehr, daß die Gefahr groß ist, schon aus Zeitgründen nicht alle notwendigen Schritte zu unternehmen.

Deshalb kann man allen, die sich in einer ähnlichen Situation befinde, nur dringend den Besuch eines gesetzlich zugelassenen Rentenberaters ans Herz legen. Die dafür anfallenden Beratungsgebühren sind nicht nur eine sinnvolle, sondern auch eine gut angelegte Investition in die eigene Zukunft.