Geschenke und Geschäftsessen steuerlich korrekt verbuchen

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Unternehmen können Geschenke an Kunden bzw. Geschäftspartner steuerlich geltend machen:

  • Wenn der Betrag 35,00 € netto pro Person und Jahr nicht übersteigt. Die Kosten für die Kennzeichnung als Werbeträger sind mit einzurechnen.
    Die Gebühren für Porto und Verpackung sind nicht enthalten.
    Für die Errechnung der Grenze werden alle Geschenke eines Jahres an eine Person zusammengerechnet.
  • Streuwerbeartikel (nach § 37b EStG, z. B. Kugelschreiber) sind hiervon ausgenommen.
  • Wenn eine betriebliche Veranlassung vorliegt (z. B. Geburtstag oder ähnliches).
  • Der Empfänger muss auf dem Beleg gekennzeichnet sein

Liegt der Preis höher als die Grenze, kann der Betrag nicht mehr als Betriebsausgabe genutzt werden. Dann handelt es sich um eine private Ausgabe, die als sogenannte Entnahme aus dem Betriebsvermogen verbucht wird.
Wenn Sie Ihrem Geschäftspartner etwas schenken, dass er nur im Betrieb nutzen kann, entfällt die
35,00-€-Grenze (z.B. ein teures Computerprogramm, das er nur für seine berufliche Tätigkeit heranziehen kann).

Liegt die Berechtigung zum Vorsteuerabzug vor, wird netto gerechnet. Bei umsatzsteuerbefreiten Unternehmen gilt 35,00 € brutto. Die gesetzliche Regelung finden Sie im § 4, Abs. 5, Nr. 1 EStG.

Beispiel:
Ein Unternehmer erwirbt ein Geschenk, dessen Bruttopreis 40,46 € beträgt (= 6,46 € USt). Besteht Vorsteuerabzugsberechtigung, wird der Nettowarenwert von 34,00 € zugrunde gelegt. Die Freibetragsgrenze ist nicht überschritten.
Besteht keine Berechtigung zum Vorsteuerabzug, ist der Bruttowarenwert maßgeblich (=40,46 €).

Die 35,00 €-Grenze ist überschritten und die Betriebsausgabe entfällt.

Geschenke an Arbeitnehmer

Erhält ein Mitarbeiter zu einem besoneren Anlass (z. B. Geburtstag oder Heirat) eine Aufmerksamkeit, ist der Wert des Geschenkes als Betriebsausgabe erst einmal egal. Hier muss es sich lediglich um eine Sachleistung handeln.

Damit das Geschenk allerdings für den Mitarbeiter steuerfrei ist, darf es einen Wert von 60,00 € brutto (ab 2015, bis 31.12.2014 = 40,00 € brutto) pro Geschenk nicht überschreiten. Wird ihm ein teureres Präsent überreicht, wird es komplett als Arbeitslohn versteuert, inkl. der Sozialversicherungsbeiträge.

Tipp: Sachbezüge in Höhe von 44,00 € brutto (ohne Anlass) dürfen monatlich dazukommen. Das kann z. B. auch ein Gutschein zum Tanken sein. Damit der Gutschein für den Mitarbeiter steuerlich nicht als Barlohn gilt, darf lediglich die Liter-Angabe des Treibstoffes genannt sein (beim Tankgutschein).

Betriebsveranstaltung

Die geltende Steuerfreigrenze von 110,00 € pro Person wurde für 2015 in einen Steuerfreibetrag umgewandelt. Zukünftig wird bei höheren Aufwendungen (> 110,00,00 €) des Arbeitgebers nur der übersteigende Teilbetrag steuerpflichtig.