Umsetzung der Gutschein-Richtlinie

Gutscheine, die einen aufgedruckten Wert enthalten, werden als Wertgutscheine bezeichnet. Warengutscheine sind Gutscheine, die gegen eine bestimmte Leistung eingetauscht werden können.

Bisher wurde bei Wertgutscheinen lediglich das Zahlungsmittel umgetauscht. Erst bei Einlösung des Gutscheines unterlag die Leistung der Umsatzsteuer.

Wurden dagegen Gutscheine mit einer konkret bezeichneten Leistung ausgestellt, unterlag der bezahlte Betrag als Anzahlung der Umsatzbesteuerung. Wurde die Leistung ausgeführt, unterlag nur noch der ggf. noch zu zahlende Differenzbetrag der Umsatzsteuer.

Um Ärger bei dem Einsatz von Gutscheinen zu vermeiden, gilt es Folgendes zu beachten:

  • ein Gutschein kann grundsätzlich befristet sein, aber
  • die Frist muss angemessen sein
  • bei abgelaufener Frist muss zwar nicht mehr eingelöst, wohl aber der Geldwert des Gutscheines erstattet werden
  • Verjährungsfrist allgemein 3 Jahre (Beginn am Ende des Jahres)
  • Gutschein kann - wenn zumutbar - auch schrittweise eingelöst werden 

Nun wird sich die Rechtslage zum 31.12.2018 ändern. Die Begriffe Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheine werden gesetzlich festgeschrieben.

Beim Einzweck-Gutschein steht der Ort der Lieferung, oder die Erbringung der Dienstleistung, auf die sich der Gutschein bezieht, bereits fest.

Der Mehrzweck-Gutschein ist ein Gutschein, bei dem es sich nicht um einen Einzweck-Gutschein handelt.

Der Handel mit Gutscheinen wird steuerlich anders betrachtet. Wird ein Einzweck-Gutschein weitergehandelt, findet künftig auf jeder Stufe ein entsprechender Umsatz statt.

Eine Übergangsvorschrift sieht die Neuerung auf Gutscheinen erstmals vor, die nach dem 31.12.2018 ausgestellt werden. Derzeit ungeklärt ist, wie Gutscheine behandelt werden, die bis Ende 2018 ausgegeben, aber erst 2019 eingelöst werden.

UStG 14 UStG 14a
Dok.-Nr. 0447004
Deutscher Steuerberaterverband e.V.
Mitteilung vom 21.08.2017